| 29.03.2012, 10:00 Uhr | |
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| Rat gibt grunds&amul;tzliches "Ja" für Gesamtschule auf dem Harkenberg Jetzt sind die Eltern gefragt: Der Rat der Stadt Hörstel hat am Mittwochabend grundsätzlich für die Errichtung einer Gesamtschule auf dem Harkenberg gestimmt. Nun sollen in einer Befragung die betroffenen Eltern angeben, ob der Bedarf da ist.
Nach dem einstimmigen Beschluss im Schulausschuss gab auch der Rat Mittwochabend sein grundsätzliches „Ja“ zur Errichtung einer Gesamtschule im Gebäude des Schulzentrums Harkenberg. Zum Schuljahr 2013/2014 könnte die neue Schule starten – sofern die Eltern es wollen. Das eine hängt vom anderen ab. Deshalb, so lautet der Beschluss, sollen die Eltern der Kinder befragt werden, die derzeit an den fünf Grundschulen der Stadt das 1., 2. oder 3. Schuljahr besuchen. Das Bedürfnis soll, so heißt es in dem Beschlussvorschlag, „im Rahmen eines förmlichen Verfahrens durch eine Elternbefragung festgestellt“ werden. Die Schule soll so gestaltet werden, dass möglichst alle angemeldeten und in der Stadt Hörstel wohnenden Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden können. Im nächsten Schritt wird jetzt die Elternbefragung vorbereitet und bis Anfang Juni abgeschlossen sein. Real- und Hauptschule sollen beim weiteren Vorgehen ebenso beteiligt werden wie Nachbarkommunen und Kreis. Der Rat könnte dann in seiner Sitzung am 4. Juli das Thema abschließend erörtern und entscheiden und anschließend einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung zur Gründung der Gesamtschule stellen. Nach Darstellung der Schulverwaltung müssten mindestens 100 Eltern eines Jahrgangs die Absicht äußern, ihr Kind an einer Gesamtschule in Hörstel anmelden zu wollen. So wäre eine Vierzügigkeit garantiert. Bevor in knapp einem Jahr die verbindlichen Anmeldungen beginnen, soll ein Beratungs-Team in den jeweiligen Orten beraten und überzeugen, kündigte Bürgermeister Heinz Hüppe an – also genau so, wie es vor mehr als 20 Jahren vor Gründung der Realschule geschah. „Wir haben uns lange Zeit genommen und die Anmeldungen abgewartet“, sagte Elisabeth Höpfner für die CDU-Fraktion. Es sei absehbar, dass die Zahl der Kinder drastisch sinken werde. Aufgabe sei es, darauf rechtzeitig zu reagieren. Mit der Einführung der Gesamtschule verbinde sie die Hoffnung, dass auch viele Kinder mit Gymnasialempfehlung die Hörsteler Schule besuchen werden. Die Entscheidung der CDU-Fraktion werde dann positiv für die Gesamtschule ausfallen, wenn sich bei der Befragung ein „größerer Anteil“ der Eltern für die Gesamtschule aussprechen werde. Die Zusage, dass sogar sechs oder sogar sieben Eingangszüge gebildet werden könnten, habe für die CDU einen neuen Blick gegeben, sagte Dr. Philipp Freiherr Heereman. Fraktionsübergreifend wurden die beiden bestehenden Schulen für ihre Arbeit gelobt. „Beide Schulen haben sehr gute Arbeit geleistet. Es wäre ein großes Plus, wenn wir dies mitnehmen könnten in eine neue Gesamtschule. Für Hörstel wäre dies ein ganz großes Plus und eine Chance für alle Kinder“, sagte Ingrid Bosse (SPD). Jürgen Lücke (FDP) rückte die Kosten in den Blickpunkt: „Wir müssen auch über die Finanzen sprechen, über Investitionen und laufende Kosten.“ Lücke und Rainer Lagemann (Grüne) sprechen sich für eine weitere Info-Veranstaltung aus. Ob das Personal von Haupt- und Realschule übernommen werden kann, liege in der Hand des Schulrats und der Bezirksregierung, sagte der Bürgermeister. Hüppe bestätigte im Ausschuss, die Gemeinde Hopsten habe erwägt, gemeinsam mit Hörstel eine Schule zu betreiben, damit Hopsten Schulstandort bleiben kann. Derzeit sei hier aber keine Perspektive zu erkennen. Ein Großteil der Lehrer ist an Mitarbeit interessiert Als Mitglieder des Schulausschusses hatten die Rektoren Axel Diekmann (Harkenberg-Hauptschule) und Franz-Josef Hesse (Realschule) Gelegenheit, ihre Sicht zu erläutern. Ihren Ausführungen nach gibt es in den Kollegien einerseits eine gewisse Unsicherheit, wie die neue Schulform eingeführt wird und wie das Neben- und Miteinander dreier Schulen auf dem Harkenberg in der Praxis erfolgen wird. Andererseits habe bereits „ein Großteil“ der Lehrer hohes Interesse an einer Mitarbeit in der Gesamtschule zugesagt, sagte Diekmann. Die Herausforderung für die 5. und 6. Klassen werde enorm sein. Er glaube aber, dass dies der richtige Weg sei, sagte Diekmann: „Denn der Name Hauptschule ist schon verbrannt. Die Anmeldezahlen gehen weiter zurück, wir hätten dann den Rest vom Rest.“ Franz-Josef Hesse freute sich aufrichtig über das Lob des Rats für die weiterführenden Schulen in Hörstel. Ohne die Hauptschule hätte auch die Realschule auf Dauer Probleme, sagte Hesse. Er erinnerte an die Schicksale vieler Tausend Kinder, die jährlich in NRW abgestuft werden. Die Unsicherheit vieler Eltern spreche für ein längeres, gemeinsames Lernen, wie es die Gesamtschule zu bieten vermag. Eine Gesamtschule in Hörstel, so Hesse weiter, werde mehr Angebote bieten können als bisher möglich ist. Das gemeinsame Lernen in den 5. und 6. Klassen der Gesamtschule sehe er als große Herausforderung, von der aber alle Schüler profitieren könnten. aktualisiert von Frank Beckmann, 01.04.2012, 10:00 Uhr |
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